Ein Hauch vom Broadway am Stefan-Andres-Gymnasium

„Glückskind“, so heißt das neueste Musical, das die Musicalinis des Stefan-Andres-Gymnasiums unter der Gesamtleitung von Katharina Scherer, der Regieassistenz Angela Longen und dem technischen Leiter Florian Weins an zwei Abenden und Vormittagen dem begeisterten Publikum vorführte.

 

Mit einem liebevoll und detailreichen gestalteten Bühnenbild, einer überragenden musikalischen Begleitung des Orchesters unter dem Dirigat von Johannes Faber sowie reibungslos funktionierender Bühnentechnik präsentierte sich die Musical-AG erneut mit überzeugender Qualität.

Die Story basiert auf dem Märchen der Gebrüder Grimm, „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“: Eine arme Frau bringt einen Sohn mit einer Glückshaut zur Welt, das Glückskind. Diese Glückshaut wird – laut Prophezeiung – dafür sorgen, dass dem Jungen alles gelingt, was er anpackt und er zudem im Alter von 14 Jahren die liebreizende Königstochter eines bösen Königs heiraten wird.

 

Genau dies tritt auch auf einigen Umwegen ein: Das Musical setzt mit der Geburt des Glückskindes ein. Ein Ereignis, das vom Volk, gespielt vom gesamten Ensemble, der Wahrsagerin (Fiona Lamberty-Hofer/Joudi Barakat), dem Doktor (Emeliy Walden/Emelie Weber) und Glückkinds Mutter gebührend mit eindrucksvollen Tanzeinlagen und Gesangseinlagen (Annika Schmitt, Lea Borne, Lina Heinen, Robyn Philippi) gefeiert wird.

 

Die Idylle währt nicht lange. Schon taucht der böse König (Lea Oldenburg/Katharina Reis), verkleidet als Händler, auf und kauft der gutgläubigen Mutter (Lisa Tobschall/Jana Roppelt) ihren Sohn ab, mit dem Versprechen, ihm eine gute Zukunft und Ausbildung zu ermöglichen. Kaum den Armen der Mutter entnommen, setzt der König das Baby in einer Schachtel auf dem Fluss aus und wähnt sich vorerst im Glauben, die Hochzeit des Glückskindes mit seiner Tochter vereitelt zu haben.

 

Dort wird das Glücksind von einem Müllerehepaar, überzeugend gespielt von Leonie Augener/Ida Frick und Laura Weckmann/Lea Schlicher, gefunden und aufgezogen. 14 Jahre später erscheint der König in der Mühle und entdeckt zu seinem Entsetzen, dass das Glückskind noch lebt. Der nächste Mordversuch wird schnell geplant und umgesetzt, indem er dem Glückskind den Auftrag erteilt, seiner Frau einen Brief zu überbringen. Dessen Inhalt ist das Todesurteil des Jungen.

 

Das Glückskind (Aimée Salomon/Elisabeth Cartus) macht sich sogleich fröhlich auf den Weg, der Königin den Brief des Königs zu überbringen. „Ich schaffe das“ ist sein optimistisches Motto. Als Bote des Königs, auf hohem Niveau singend und durch das Publikum hüfend, gelangt das Glückskind schließlich müde und erschöpft in der Höhle einer gefürchteten Räuberbande. Angst? Was ist das? Das Glückskind legt sich trotz der eindringlichen Warnungen der alten Frau (überzeugend gespielt von Jolina Rech/Selda Isik) vor den Halsabschneidern auf eine Bettstatt und schläft selig ein. Und schon kommt die wilde Räuberbande (Anna-Marie Zimmermann, Mariella Guhl, Johanna Becker, Jule Koster, Anna Longen), die dem Publikum mit ihrem Räubersong und Tanz gehörig einheizt und ihre Stärke als harte Männer eindringlich demonstriert. Nur mit dem Lesen klappt es nicht wie gedacht und so ist es letztendlich die pfiffige alte Frau, die den Brief des Königs komplett umschreibt und dem Glückskind Zutritt zum Palast verschafft.

Am nächsten Morgen macht sich das Glückskind blendend gelaunt auf den Weg zum Königspalast, wo die Prinzessin (gespielt von Sarah Clüsserath/Yanina Heidrich) das Lied „Wenn ich ein Vöglein wäre“ ergreifend singt und so das Glückskind zu sich lockt.

Beide verlieben sich sogleich ineinander. Als die Königinnenmutter (beeindruckend Marie Schefter/Gloria Kiefer) die beiden überrascht, werden die Wogen sofort mittels des gefälschten Briefes geglättet und die Königinnenmutter veranlasst die sofortige Trauung. Groß ist die Freude des Volkes, was in einem peppigen Hochzeitstanz zum Ausdruck gebracht wird. Aber so leicht wird es dem Glückskind und der Prinzessin dann doch nicht gemacht; kurz vor dem endgültigen Ja-Wort (überzeugender Pfarrer: Nadja Konrad/Annika Stüttgen) taucht der ungeliebte König auf – jaja – und stellt dem Glückskind die Aufgabe, dem Teufel drei goldene Haare zu entwenden, erst dann dürfe es die Prinzessin heiraten.

Nichts ist unmöglich und so bricht das Glückskind mit dem es charakterisierenden Spruch „Ich schaffe es!“ zuversichtlich in die Hölle auf. Auf dem Weg dahin begegnet es dem Wächter eines vertrockneten Brunnens (Tabea Gerland/Michelle Peterling), einem verdorrten

Goldapfelbaum (Laura Simmer und Caitlin Werra) und dem frustrierten Diesseits-Jenseits-Fährmann (Paula Feltes/Sarah Molz), die allesamt mit erstklassigen musikalischen Solodarbietungen dem Glückskind ihr Leid klagen.

Nachdem der Fährmann das Glückskind ins Diesseits gerudert hat, wird dieses von einem überragend dargebotenen Kochlied der Großmutter (Mara Krischel/Maya Reinert) des Teufels empfangen. Diese hat ein weiches Herz und hilft dem Glückskind, dem Teufel drei goldene Haare auszuzupfen. Im sich anschließenden Streitduett der Großmutter und des Teufels (Franziska Schell, Emely Riemann) stellten die Darsteller unter Beweis, dass an diesem Abend Kleine ganz groß waren.

Das Glückskind kehrt wohlbehalten zum Königshof zurück. Die anschließende Hochzeitsfeier brachte dann auch das begeisterte Publikum zum Kochen und schließlich endete das Musical mit einem natürlich glücklichen Schluss und der Bestrafung des bösen Königs.

Mit Standing Ovation wurden die jungen und ganz großen Darstellerinnen vom Publikum für ihre Darbietung belohnt.

Was macht den Erfolg der Musical-AG aus? 41 Darstellerinnen aus Klasse 5 bis 7, sechzehn jugendlichen Schülerinnen und Schüler und ein zwölfköpfiges Orchester, bestehend aus Lehrern und Schüler/innen halten zusammen wie Pech und Schwefel.

„Wir sind alle ein Team egal, wie alt wir sind“ so Philipp Adams, Mitverantwortlicher für Marketing, Kamera und Darsteller bei den „Großen“ im Musical-Projekt. Virgenie Klutzny ergänzt: „Jeder ist für jeden da, wie haben eine gute Gemeinschaft. Unmittelbar vor den Aufführungen wohnen wir quasi in der Schule, proben auch sonntags und arbeiten hinter der Bühne in Freistunden. Es macht immer Spaß! Frau Scherer glaubt an uns und macht allen Mut, zum Beispiel, wenn jemand vor dem Auftritt Lampenfieber hat.“

Dass vor allem der Spaß nie zu kurz kommt, betonen auch die jungen Darstellerinnen des Abends. Emely Riemann: „Es ist immer sehr lustig, wenn wir gemeinsam proben und sehr schön ist der Zusammenhalt des Teams. Schön ist es auch, dass nun Frau Longen Frau Scherer tatkräftig unterstützt und in unserem Team ist.“ Leonie Augener: „Häufig sind wir nur am lachen, wenn sich zum Beispiel jemand verspricht. Es ist sehr lustig, in der Musical-AG zu sein“

Auch die Mitglieder des Orchesters genießen ihr Mitwirken bei der Musical-AG. Louisa Konder: „Ich spiele Klarinette im Orchester. Es ist ein schöner Ausgleich zum Spielen im heimatlichen

Musikverein und vor allem finde ich es schön, zu sehen, wie die Darstellerinnen in ihre Rollen hineinwachsen und sich immer mehr zutrauen bis dann der große Auftritt kommt und sie zeigen, was sie können. Alle geben ihr Bestes und es ist immer sehr witzig.“

Ein Hoch auf Frau Scherer und Frau Longen sowie alle Mitwirkenden der Musical-AG, die uns sicherlich noch viele weitere unvergessliche Abende schenken werden. Danke im Namen der Schulgemeinschaft!

 

Orchester:

Sebastian Konz Schlagzeug

Jürgen Nisius Bass

Bodo Heil Gitarre

Sandra Klein Keyboard

Dominik Nieß Keyboard

Angelina Moos Tuba

Philipp Katter Posaune

Fabian Eil Tenorsaxophon

Michael Dao Altsaxophon

Luisa Konder Klarinette

Katja Seifert Querflöte

Sara Weins Geige

Stage Management/Ton/Licht

 

Lukas Berg, Jonas Anschlag, Maximilian Amberger, Lukas Mattes, Alina Kiefer, Lina Gerard, Elenor Grub, Philipp Adams, Julia Maes, Raphael Regneri, Gurbet Karadal, Lena Kluge, Virgenie Klutzny, Lea Daum, Vivien Moos, Anika Mandic

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