Wie gelingt es, Konflikte frühzeitig zu erkennen, souverän mit schwierigen Situationen umzugehen und respektvoll miteinander zu kommunizieren? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die jungen Menschen der Klassenstufen 7 bzw. 8 des Stefan Andres Gymnasiums und der Stefan Andres Realschule plus mit FOS im Rahmen der Veranstaltung „Stark im Konflikt“.
In Kooperation mit Steimel/Menschner Projekte erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, Konfliktsituationen aus verschiedenen alltäglichen Situationen zu reflektieren und gemeinsam Strategien für einen konstruktiven Umgang mit Streit und Herausforderungen zu entwickeln. Dabei wurde auch festgestellt, dass Schreien eher ein Zeichen von Überforderung als von Stärke ist.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Theaterstück, das die Klassen mit ihrer gesamten Klassenstufe schauten, Dabei saßen sie mitten im Geschehen und konnten das Geschehen als immersives Theater erleben.
Die unterschiedlichen Sequenzen des Stücks „Tatverdächtige“ wurden in den anschließenden 4-stündigen Workshops durch die jeweiligen Theaterpädagogen und –pädagoginnen wieder aufgegriffen. Ein bedeutsamer Schwerpunkt lag auf dem Thema „Körpersprache“ und wie sehr der eigene Körper unwillkürlich mit meinem Gegenüber spricht.
Anhand der drei „Werkzeuge“ Blick, Stimme und Körper“ konnten die Jugendlichen in alltagsnahen Übungssituationen durch Rollenspiele und gemeinsame Gesprächssituationen ausprobieren, wie sie verschiedene Situationen sicher meistern können und Grenzen setzen können ohne Gewalt anzuwenden oder wie Elias feststellte: „Je besser ich cool bleibe, desto weniger angreifbar bin ich“.
Gleichzeitig identifizierten wir auch konflikthafte Situationen, in denen es am sinnvollsten ist getreu dem Motto „Rasen wie die Hasen“ so schnell wie möglich die Situation zu verlassen.
Konflikte gehören zum Alltag. Entscheidend ist, wie wir mit ihnen umgehen. Mit Projekten wie „Stark im Konflikt“ möchte wir den Jugendlichen „Werkzeuge“ an die Hand geben, um sicher und gewaltfrei Konfliktsituationen für sich selbst lösen zu können und ihre Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.
Die Zusammenarbeit mit Steimel/Menschner Projekte ermöglichte einen außerschulischen Blick auf das Thema und setzte dabei bewusst auf einen aktiven und lebensnahen Ansatz. Die Jugendlichen wurden dazu ermutigt, eigene Erfahrungen einzubringen, Situationen zu hinterfragen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
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Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Erkenntnis, dass Stärke im Konflikt nicht bedeutet, sich durchzusetzen oder den anderen zu übergehen. Vielmehr können Zuhören, klare Kommunikation, gegenseitiger Respekt und die Fähigkeit, Grenzen wahrzunehmen und zu benennen, dazu beitragen, Konflikte konstruktiv zu lösen.
Am Ende waren sich viele Beteiligte einig: Konflikte lassen sich nicht immer vermeiden – aber man kann lernen, mit ihnen umzugehen. „Stark im Konflikt“ gab den Schülerinnen und Schülern dafür praktische Impulse und stärkte das Bewusstsein für ein respektvolles und verantwortungsvolles Miteinander im Schulalltag und darüber hinaus.
Wir danken der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, dem Palais e.V. und der GKV für die großzügige finanzielle Förderung, so dass wir dieses Projekt für mehr als 300 Jugendliche kostenfrei anbieten konnten.
Photos: Luisa Dominke
Séverine Minas
Schulsozialarbeit

