Diese Aussicht lockte einige Eltern an einem frühsommerlichen Dienstagabend im Mai in den Bürgersaal. Herr Renn von der Akademie für Lernpädagogik führte uns mit viel Witz und Charme und so manch eindringlicher Frage durch einen wissenschaftlich fundierten Abend, der erst um 21:30 Uhr enden sollte.
Zu Beginn erinnerte Herr Renn an das große Interesse von kleinen Kindern sich ihre Welt zu erschließen, täglich neues zu entdecken und ihre Welt aufzusaugen wie einen Schwamm.
Gleichzeitig lud er die Eltern ein, gemeinsam der Frage nachzugehen, welche Rahmenbedingen man als Eltern zuhause schaffen kann, um dem eigenen Kind Wachstum und Lernen zu ermöglichen, wenn sich dieses Lernen WOLLEN im Laufe des schulischen Lebens verändert.
Neben vielen kleinen Kniffen, wie der Rückwärtskorrektur oder der Aufmerksamkeitsformel, räumte Herr Renn auch mit so manchem Mythos auf, indem er darlegte, welchen hohen Preis man für hohen Druck zahlen muss, dass Motivation nicht der einzige Schlüssel für den Lernerfolg ist und warum gut gemeinte, aber falsch eingesetzte Belohnungen eher kontraproduktiv für den Lernprozess sind und welch eine immense Bedeutung eine positive Sprache hat.
Vielfältige neue Erkenntnissen aus der Hirnforschung sorgten für einige Aha-Erlebnisse, bspw. wie eine kleine Pause von 2-3 Minuten für 20-25% mehr Lernerfolg sorgen kann, dass ein Christian Schäfer nach 12 Stunden Üben in der Lage ist, sich mit Hilfe der Loci-Methode die Zahl Pi bis auf 16290 Nachkommastellen zu merken und manchen Lacher, wenn der Eine oder die Andere das eigene Kind beim „4 gewinnt-Lerntyp“ wiedererkannte.
Gespickt mit vielen Übungen zur Selbsterfahrung, in denen für die Eltern bspw. spürbar wurde, wie hilfreich Strukturen für Lernprozesse im Gehirn sind, stellte Herr Renn im Laufe des Abends vier grundlegende Aspekte dar, mit deren Hilfe Eltern ihre Kinder beim Lernen positiv begleiten können:
- Lerntechniken,
- Konzentration,
- Motivation und
- Selbstorganisation
Nachdem Herr Renn den Abend mit dem Appell schloss, dass Eltern bisweilen der kleine Funke von außen sein können, der für das Entfachen des Feuers bei ihrem Kind sorgen kann, gab es im Anschluss noch das eine oder andere angeregte persönliche Gespräch.
Wir danken der Akademie für Lernpädagogik und Herrn Renn für den amüsanten und erkenntnisreichen Abend und freuen uns, diese Kooperationsveranstaltung beider Schulen, Schulsozialarbeit und beider Elternbeiräte in zwei Jahren hoffentlich erneut wiederholen zu können.
Für alle Eltern, die an diesem Abend verhindert waren, verweisen wir an dieser Stelle gerne auf die kostenfreien online-Familienseminare der Akademie für Lernpädagogik, in denen sie über einen Zeitraum von 70 Minuten mit ihrem Kind gemeinsame Aha-Momente und positive Lernerlebnisse schaffen können:
https://www.akademie-lernpaedagogik.de/familienseminar/
Séverine Minas, Schulsozialarbeit

