Die Handlung wurde selbst durch die Musical-AG verfasst und folgt dem Verlauf eines Castings zur Besetzung einer Uraufführung eines Stückes. Witzigerweise, war auch unsere Aufführung eine Uraufführung, da es dieses Stück so noch nirgendwo gab. Es sollte vermitteln, wie viel mehr zu Musical Spielen gehört als nur ein bisschen Singen und Tanzen. Licht- und Tontechnik sind essenziell, um eine gute Show machen zu können. Glücklicherweise müssen wir uns darum nie Sorgen machen, da wir die großartigen Leute der Technik AGs haben, die sich darum bei uns kümmern. Aber auch sonst stehen hinter einer Show bei weitem mehr Leute als nur die Hauptdarsteller, welche aber unfairerweise öfters vergessen werden.
„Wir sind Musical!“ geht außerdem auf die emotionale Komponente der AG für uns ein. Für uns ist Musical ein Safe Space geworden, wo wir akzeptiert sind, wie wir sind. Es ist eine Gemeinschaft an Leuten, in der wir bemerken dürfen, was wir eigentlich können, während uns ein Ausgleich zum Unterricht geboten wird. Unsere Musical-Lehrkräfte bringen uns bei, dass das Ziel ist, eine Gruppe zu werden, die sich aufeinander verlassen kann sowie sich gegenseitig motiviert, ihr Bestes zu geben. Mit Liedern wie „Hard Work“ (Fame) oder „Schützt die Show“ (Sister Soul) wird dazu animiert gemeinsam alles zu geben, um alle zusammen Spaß zu haben.
Dennoch haben wir auch intendiert, Gesellschaftskritik zu üben. Öfters werden die Stunden und Tage an Arbeit, die in die Produktion fließen, von Leuten abgetan, denen die Bedeutung des Musicals für uns nicht klar ist und die nicht offen dafür wären, sich überhaupt mal eines unserer Stücke anzusehen. Dann heißt es, wir sollten unsere Zeit lieber sinnvoll nutzen. Dabei bringt es uns viele Soft Skills bei, wie zum Beispiel höheres Selbstvertrauen, bessere Merkfähigkeit, wie man lernt, Kommunikation, etc.
Doch noch viel bedeutender: wir lernen Toleranz und Offenheit. Jede Person ist in unserer Gruppe willkommen und alle gehören dazu. Und dies lag uns am Herzen zu kommunizieren, weswegen der extra große Applaus nach „Ich bin was ich bin“ (La Cage aux Folles) uns sehr rührte. Wir alle wollen angenommen werden, wie wir sind, also sollten wir anderen denselben Respekt entgegenbringen.
Wir würden uns über jede Person freuen, die wir damit neugierig gemacht haben und die daher Interesse hätte sich mal eines unserer Stücke anzusehen. Bei uns wird herzlich gelacht, da unsere Geschichten mit Humor und manchmal einer Prise Sarkasmus erzählt werden. Gleichzeitig wird bei Liedern wie „Du wirst gesehen“ (Dear Evan Hansen) auch hier und da mal geweint. Musical kann eben beides. Es macht eine schöne Zeit und regt zum Nachdenken an.
Das nächste Mal spielen wir im Mai, gemeinsam mit den Musicalinis. Es wird „Das doppelte Lottchen“ auf die Bühne gebracht und wir würden uns sehr freuen, wenn Sie zahlreich zuschauen kommen! The show must go on!
Carolina Longen, MSS 12

