Exkursion ins Haus der Geschichte (Bonn) und zur Dokumentationsstätte ehemaliger Regierungsbunker Ahrweiler

DIe Klasse 10c sowie der Grund- und Leistungskurs Geschichte 13 in geschichtlicher Mission unterwegs.

Exkursion ins Haus der Geschichte (Bonn) und zur Dokumentationsstätte ehemaliger Regierungsbunker Ahrweiler mit der Klasse 10c, dem Grund- und Leistungskurs Geschichte 13 am Freitag 16.02.2024.

Eine öfters schon bewährte Geschichtsexkursion führte die Geschichtsschüler der Klassen 10 und 13 von Herrn Berens, die aktuell das Thema „Nachkriegsgeschichte und Kalter Krieg 1945-1990“ besprechen in das Haus der Geschichte nach Bonn. Herr Ph. Thiel begleitete die Exkursion.

Angekommen mit dem Bus um 10 Uhr begab sich die Klasse 10c in einen Karikaturenworkshop von 10-12 Uhr, in dem v.a. in Vorbereitung auf die anstehende Oberstufe Geschichtskarikaturen aus der Ausstellung in Gruppen bearbeitet wurden. Diese wurden dann in der Ausstellung erläutert. In einem eigenen Arbeitsraum wurde anschließend in den vier Gruppen weitergearbeitet an anderen Karikaturen, deren tieferes Verständnis schließlich durch Standbilder, Plakate und kreative Ausdrucksformen dokumentiert wurde. Zwischen 12 und 13 Uhr besichtigte die Klasse dann den restlichen Ausstellungsrundgang. Da die Dauerausstellung ab Herbst 2024 komplett abgebaut wird, waren wir vermutlich die letzte Klasse unserer Schule, die diese Ausstellung noch sah. Ab 2025 eröffnet eine neue Dauerausstellung.
Während die Klasse 10c im Workshop arbeitete, erhielten die Schüler der Klasse 13 einen geführten Rundgang durch die Dauerausstellung.
Direkt um 13 Uhr fuhren wir ohne Pause weiter nach Ahrweiler zur geheimnisvollen Adresse „Am Silberberg 0“, dem Eingang zu einem während des Kalten Krieges geheimen Atombunkers, der Ausweichsitz der Bundesregierung im Krisenfall war. Die Landesregierungen hatten ebenfalls solche Atombunker an anderen Standorten. Der Krisenfall wurde hier alle 2 Jahre geprobt. Während der 17 km lange ehemalige Eisenbahntunnel kurz vor dem 1. Weltkrieg zum Zwecke des Kohletransports aus Elsaß-Lothringen ins Ruhrgebiet und zur Truppenunterstützung an die französische Grenze errichtet wurde, nach dem 1. Weltkrieg darin eine große Champignonzucht aufgebaut wurde und die Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg dort eine geschützte Waffenproduktion betrieben, wurde nach dem 2. Weltkrieg hier das teuerste und größte Bauwerk der BRD errichtet mit Kosten von damals 4-5 Milliarden D-Mark, umgerechnet ca. 25-30 Milliarden Euro nach heutiger Währung und Baukosten. Die Uhren im Bunker standen symbolisch auf „5 vor 12“, alte Gerätschaften, Küchen, Funkstationen, Überwachungsanlagen, Kommunikationsanlagen und medizinische Versorgungsgeräte waren u.a. ausgestellt und vermittelten einen eindrücklichen und beklemmenden Eindruck aus einer für uns heute fernen Zeit direkter atomarer Bedrohung. 3000 Menschen hätten für 30 Tage im Bunker überleben können. Die größeren Atombomben des Kalten Krieges hätten, wenn sie etwa Köln oder Bonn getroffen hätten, den Bunker jedoch zerstört. Einen echten Atomschlag hätte er kaum überstanden. Daraus ergab sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Anlage, die abschließend so beantwortet wurde: Durch das Streuen von Gerüchten und auch Falschmeldungen über die Größe und Stabilität der Bunkeranlage konnte der Gegner abgeschreckt werden. Das für uns paradoxe Prinzip der gegenseitigen atomaren Bedrohung („Gleichgewicht des Schreckens“, „Zweitschlagpotential“) und des Wettrüstens (sowohl die USA als auch die UdSSR verfügen heute noch über jeweils ca. 8000 Atomsprengköpfe) sicherten damals den Frieden, da Kriege in der Geschichte immer dann geführt wurden, wenn der Angreifer glaubte, eine Chance auf einen Sieg zu haben. Im Kalten Krieg jedoch hätte es nie einen Sieger gegeben, weswegen keine Seite – zum Glück für uns heute – einen Angriff damals wagte.

Marcel Berens

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